Godox ML150RF Review & Lab-Test: 150W RGB LED Licht
- Marvin Kuhn
- Review , Lab bericht , Lichter
- 30. August 2026
Inhaltsverzeichnis
Das Godox ML150RF sieht auf den ersten Blick wie eine weitere kompakte RGB-Leuchte in der 150-Watt-Klasse aus. Interessant wird sie vor allem durch die interne Lichtengine. Mit PaletteLab setzt Godox auf neun verschiedene LED-Kanäle, die nicht nur zusätzliche Farben ermöglichen sollen, sondern vor allem eine präzise Abstimmung des erzeugten Lichts.
Gesättigtes Rot, Blau oder Grün können mittlerweile viele RGB-Leuchten überzeugend darstellen. Schwieriger wird es beim Weisslicht. Ein hoher CRI allein bedeutet noch nicht automatisch, dass ein Spektrum besonders gleichmässig ist oder einer natürlichen Referenzlichtquelle nahekommt.
Genau hier setzt PaletteLab an. Die Frage ist deshalb, ob die aufwendigere 9-Kanal-Light-Engine tatsächlich einen sichtbaren und messbaren Vorteil bringt oder ob sie hauptsächlich ein weiteres Feature für das Datenblatt ist.
Ich habe das Godox ML150RF sowohl bei einem Portraitshooting eingesetzt als auch unter kontrollierten Bedingungen im Labor getestet.
Verarbeitung und Handling
Was beim ML150RF direkt auffällt, ist die kompakte Bauweise. Für eine Full-Color-Leuchte dieser Leistungsklasse ist das Gehäuse klein und mit knapp unter einem Kilogramm angenehm leicht. Jedoch nicht aussergewöhnlich klein, denn es gibt mittlerweile viele Modelle in der grössenklasse, nur nicht mit einer so fortschrittlichen Lichtengine. Durch seine geringe Grösse lässt sich die Leuchte problemlos innerhalb eines Sets verschieben und auch in engen Bereichen einsetzen, da nicht viel geriggt werden muss. Bei der Verarbeitung merkt man allerdings, dass Godox Gewicht spart. Das Gehäuse besteht zu einem beträchtlichen Teil aus Kunststoff und vermittelt nicht denselben massiven Eindruck wie eine grössere professionelle Cinema-Leuchte. Für mich ist das bei diesem Modell aber kein grosses Problem. Die kompakte Bauweise gehört zum Konzept des ML150RF, und ich akzeptiere dafür gerne etwas mehr Kunststoff, wenn die Leuchte dadurch leichter bleibt.
Sehr gut gefällt mir die Stromversorgung. Der Netzanschluss wird mechanisch an der Leuchte verriegelt. Das wirkt zunächst wie ein kleines Detail, ist am Set aber praktisch. Wenn ein Lichtstativ verschoben wird oder jemand an einem Kabel hängen bleibt, löst sich der Stecker nicht einfach aus der Leuchte. Zusätzlich kann das ML150RF mit entsprechenden Godox-Akkulösungen oder über einen geeigneten Adapter mit einem V-Mount-Akku betrieben werden. Zusammen mit dem geringen Gewicht ergibt sich dadurch eine mobile Full-Color-Lösung, die sich auch ausserhalb des Studios gut einsetzen lässt.
Die Bedienung ist unkompliziert. Die wichtigsten Einstellungen können direkt an der Leuchte vorgenommen werden, alternativ lässt sich das ML150RF über die Godox-App steuern. Im Alltag brauche ich vor allem schnellen Zugriff auf Farbtemperatur, Helligkeit und Farbe. Das funktioniert ohne unnötig komplizierte Menüs.
Ein Kritikpunkt ist das Kühlsystem. Bei hoher Leistung ist der Lüfter deutlich hörbar. Für Fotografie spielt das kaum eine Rolle. Bei Interviews oder anderen Situationen mit einem Mikrofon in der Nähe kann es dagegen störend sein. Godox bietet deshalb einen Silent Mode an. Dieser reduziert die Geräuschentwicklung deutlich, begrenzt aber gleichzeitig die thermische Belastbarkeit und damit die verfügbare Leistung. Für Fotografie würde ich normalerweise den regulären Modus verwenden. Bei Video ist der Silent Mode dagegen eine sinnvolle Ergänzung.
Lichtleistung und RGB
Die interessante Frage beim ML150RF ist für mich nicht nur, wie hell die Leuchte wird, sondern auch, wie die verfügbare Leistung eingesetzt wird. Besonders hell ist sie für ihre Leistungsklasse nämlich nicht.
Beim Weisslicht fällt der Output für die nominelle Leistung eher zurückhaltend aus. Das ist zunächst ein Nachteil. Gleichzeitig muss man berücksichtigen, dass die Leistung auf eine komplexe Multi-Channel-Light-Engine verteilt wird. Der zusätzliche Spielraum bei der spektralen Zusammensetzung geht offenbar zumindest teilweise auf Kosten der maximalen Helligkeit.
Das ML150RF legt damit mehr Wert auf Lichtqualität und Farbmischung als auf maximale Lichtleistung. Beim Portraitshooting war der Output für mich trotzdem ausreichend. Wer aufgrund der Leistungsangabe einen deutlichen Helligkeitssprung erwartet, dürfte jedoch enttäuscht werden. Mit einem konzentrierenden Reflektor lässt sich die nutzbare Helligkeit jedoch deutlich steigern.
Auch bei den RGB-Farben gibt es deutliche Helligkeitsunterschiede. Diese lassen sich nicht als direkter Vergleich der optischen Leistung der einzelnen LED-Kanäle verstehen, da die Wahrnehmung des menschlichen Auges je nach Wellenlänge stark variiert. Für die Praxis bleibt der Unterschied trotzdem relevant: Wer eine grössere Fläche mit tiefem Blau beleuchten möchte, hat deutlich weniger Reserven als bei Gelb oder Grün.
Für Portraits und kleinere kreative Setups war das kein grosses Problem. Bei grossflächigen RGB-Anwendungen kann das ML150RF dagegen schneller an seine Grenzen kommen.
Mein Eindruck nach dem praktischen Einsatz
Für mein Shooting wollte ich das ML150RF nicht einfach als farbiges Hintergrundlicht einsetzen. Eine RGB-Leuchte kann einen Hintergrund problemlos blau oder rot beleuchten, das sagt aber wenig über die Qualität der eigentlichen Lichtengine aus. Deshalb habe ich das ML150RF als Hauptlicht auf dem Model verwendet. Für den Rest des Setups kamen ein Godox ML100Bi für den Hintergrund sowie ein IT32 für zusätzliches Licht im Raum zum Einsatz. So konnte ich das ML150RF dort beurteilen, wo die Qualität des Weisslichts besonders wichtig ist: auf der Haut.
Ich konnte zunächst ein klassisches Portrait mit Weisslicht aufnehmen und danach ohne Änderung der Position oder des Lichtformers direkt in eine farbige Lichtstimmung wechseln. Das ist grundsätzlich mit jeder RGB-Leuchte möglich. Der Unterschied lag für mich darin, dass sich das ML150RF im Weisslichtmodus nicht wie eine RGB-Leuchte anfühlte, bei der Weisslicht nur eine zusätzliche Funktion ist. Die Hauttöne wirkten natürlich und das Licht sauber. Ich hatte nicht den Eindruck, bei der Qualität des Hauptlichts einen offensichtlichen Kompromiss einzugehen, nur weil ich eine Full-Color-Leuchte verwendete. Für mich ist das der wichtigste praktische Vorteil von PaletteLab: Das ML150RF funktioniert zuerst als brauchbare Weisslicht-Leuchte und lässt sich danach zusätzlich als RGB-Leuchte einsetzen. Die Leistung bleibt allerdings die offensichtlichste Einschränkung. Mit grösseren Lichtformern oder bei grösseren Distanzen hätte ich teilweise gerne mehr Reserven gehabt. Für das Portraitshooting selbst war der Output jedoch ausreichend. Ein weiterer Punkt betrifft das PWM-Verhalten. Bei schnellen Verschlusszeiten konnte ich sichtbares Banding provozieren.
Bei meinen normalen Portraitaufnahmen hatte ich damit keine Probleme. Wer regelmässig mit sehr kurzen Verschlusszeiten arbeitet, sollte das Verhalten aber mit der eigenen Kamera testen. Nach dem praktischen Einsatz bleibt für mich vor allem dieser Eindruck: Das ML150RF ist nicht auf maximale Helligkeit ausgelegt, sondern kombiniert Weisslicht und Full-Color in einem kompakten Gehäuse. Die spektrale Qualität des Weisslichts ist dabei überzeugender als der reine Output vermuten lässt.
Godox ML150RF – Technische Analyse
🔍 Wichtige Spezifikationen und Messwerte
| Parameter | 3200 K | 5500 K | 6500 K |
|---|---|---|---|
| Helligkeit (Lux) | 4'623 | 4'657 | 4'487 |
| CRI (Ra) | 98.5 | 98.0 | 97.9 |
| R9 (Rotwiedergabe) | 98 | 98 | 92 |
| TM-30 Rf/Rg | 97/102 | 97/101 | 96/100 |
| SSI | 91 | 86 | 84 |
| CCT-Abweichung (MK-1) | 2.81 | 0.30 | 2.77 |
| Duv (Grünstich) | -0.00263 | -0.00218 | 0.00066 |
Die Analyse wurde mit insgesamt 36 Messungen bei 1 m Distanz durchgeführt.
Daten Übersicht
TM-30-18
TM-30 Multi Report Multiple measurements in direct comparison Alle geladenen Reports sind automatisch nach CCT sortiert. Der Slider springt auf den nächstliegenden Report. Reference und Test als geschlossene 16-Bin-Kurven. Lokale Shifts und Radialdarstellung wie im Standard-Report. Direkter Überblick über alle 99 CES-Samples mit Fidelity-Werten. Zusätzliche Vergleichsansicht analog zur TM-30 Referenzdarstellung. Die markierten Hautton-Bereiche sind eine praktische Orientierung für Portrait-Farben. Klicke zum Vergrößern.TM-30 Comparison
Report-Auswahl nach CCT
Color Vector Graphic
Normalized Spectral Power Distribution
TM-30 Dashboard
Local Chroma Shift (Rcs,hj)
Local Hue Shift (Rhs,hj)
Local Color Fidelity (Rf,hj)
Color Sample Fidelity (Rf,CESi)
Measure Comparisons
Color Evaluation Samples
Diagramm
💡 Weisslicht und Leistung
Beim Weisslicht bleibt der Output zwischen 3200 K und 6500 K relativ konstant. Bei 3200 K wurden 4'623 Lux gemessen, bei 5500 K 4'657 Lux und bei 6500 K 4'487 Lux. Der Unterschied ist in der Praxis gering.
Am warmen Ende des CCT-Bereichs fällt die Leistung stärker ab. Bei 2700 K erreicht die Leuchte noch 2'880 Lux, bei 10'000 K sind es 4'007 Lux.
| Soll-CCT | Lux @ 1 m |
|---|---|
| 2700 K | 2'880 |
| 3200 K | 4'623 |
| 5500 K | 4'657 |
| 6500 K | 4'487 |
| 10'000 K | 4'007 |
Der praktisch interessanteste Bereich liegt damit zwischen 3200 K und 6500 K. Hier bleibt die verfügbare Leistung relativ gut vorhersehbar.
Auch das Dimmverhalten ist brauchbar. Bei 5500 K erreicht das ML150RF bei 10 % 581 Lux, bei 50 % 2'462 Lux und bei 100 % 4'657 Lux. Das Verhältnis ist nicht exakt linear, liegt aber nahe an einer erwartbaren Skalierung.
Bei der LED-Steuerung kann es bei bestimmten schnellen Verschlusszeiten zu Banding kommen. Das bedeutet nicht, dass die Leuchte grundsätzlich flimmert oder für Fotografie ungeeignet ist. Im normalen Einsatz hatte ich damit keine Probleme. Wer regelmässig mit sehr kurzen Verschlusszeiten arbeitet, sollte die Kombination aus Kamera und ML150RF trotzdem vorher testen.
Das Reflektorsystem zeigt, wie stark sich der nutzbare Output durch die Lichtformung verändern lässt. Ohne Reflektor wurden bei 5500 K 4'657 Lux gemessen. Der Kit-Reflektor steigert den Wert auf 11'417 Lux, der getestete Standardreflektor auf 19'402 Lux.
Der BDR-W55 erreicht dagegen 1'440 Lux, ist aber nicht direkt mit den konzentrierenden Reflektoren vergleichbar. Ein breiterer Lichtformer verteilt den vorhandenen Lichtstrom auf eine grössere Fläche und erzeugt dadurch weniger Lux im Messzentrum.
Praktisch bedeutet das: Ohne Reflektor ist das ML150RF nicht besonders lichtstark. Mit einem passenden konzentrierenden Modifier lässt sich der nutzbare Output jedoch deutlich erhöhen.
🎨 Farbqualität und CCT-Genauigkeit
Die technische Stärke des ML150RF liegt bei der Qualität des Weisslichts. Bei 3200 K erreicht das ML150RF einen CRI Ra von 98.5, R9 von 98, einen SSI von 91 sowie TM-30 Rf 97 und Rg 102. Das sind gute Werte für eine Full-Color-Leuchte.
Der SSI von 91 ist dabei besonders interessant. SSI vergleicht das gemessene Spektrum mit einer definierten Referenzlichtquelle und ergänzt damit die Aussagen von CRI und TM-30. Ein hoher CRI allein zeigt nicht zwingend, dass das Spektrum über den gesamten relevanten Bereich gleichmässig ist. Ein hoher SSI deutet zusätzlich darauf hin, dass das erzeugte Licht der jeweiligen Referenzquelle relativ ähnlich ist.
Auch bei 5500 K bleibt die Qualität hoch. Hier erreicht die Leuchte CRI Ra 98, R9 98, SSI 86 sowie TM-30 Rf 97 und Rg 101. Bei 6500 K sinkt der SSI auf 84, während TM-30 mit Rf 96 und Rg 100 weiterhin gute Werte zeigt.
Damit passen die Messungen gut zu meinem Eindruck beim Portraitshooting. PaletteLab sorgt nicht nur für hohe CRI-Werte, sondern für ein insgesamt gut nutzbares Weisslichtspektrum.
⚠️ Gute Lichtqualität und präzise CCT-Werte
Bei der CCT-Genauigkeit schneidet das ML150RF ebenfalls gut ab. Die Abweichungen sind vor allem im mittleren Bereich gering.
| Soll-CCT | Gemessen | Abweichung | MK-1 |
|---|---|---|---|
| 2700 K | 2807 K | +107 K | 14.12 |
| 3200 K | 3229 K | +29 K | 2.81 |
| 5500 K | 5509 K | +9 K | 0.30 |
| 6500 K | 6619 K | +119 K | 2.77 |
| 10'000 K | 10'429 K | +429 K | 4.11 |
Die reine Kelvin-Differenz ist nur begrenzt geeignet, um Farbtemperaturabweichungen zu vergleichen. Bei 2700 K wirken +107 K zunächst relativ gering, entsprechen aber aufgrund der nicht linearen Kelvin-Skala einer Abweichung von 14.12 MK-1. Bei 6500 K beträgt die Abweichung mit +119 K etwas mehr, liegt entlang der Farbtemperaturachse aber nur bei 2.77 MK-1.
Bei 5500 K wurde statt der eingestellten 5500 K eine Farbtemperatur von 5509 K gemessen. Die Abweichung beträgt damit nur 0.30 MK-1.
Zwischen 3200 K und 10'000 K ist die CCT-Kalibrierung damit relativ präzise. Bei 2700 K fällt die Abweichung deutlich stärker aus.
Auch beim Duv bleibt die Leuchte überwiegend nahe an der Planckschen Kurve. Bei 3200 K wurden -0.00263 und bei 5500 K -0.00218 gemessen. Das entspricht einer leichten Verschiebung unterhalb der Kurve. Bei 6500 K liegt Duv mit +0.00066 praktisch neutral.
In Kombination mit den SSI- und TM-30-Werten ergibt sich ein gut kontrolliertes Weisslicht.
Rotwiedergabe
Die Rotwiedergabe bleibt über die getesteten Farbtemperaturen hinweg stabil. Bei 3200 K und 5500 K erreicht R9 jeweils 98, bei 6500 K noch 92.
Für eine Leuchte, die als Hauptlicht bei Portraits eingesetzt werden soll, ist das wichtiger als der CRI-Gesamtwert allein. Haut enthält viele Rot- und Orangetöne. Ein hoher Ra-Wert kann deshalb zwar gut aussehen, sagt aber nicht automatisch aus, wie gesättigte Rottöne wiedergegeben werden.
Beim ML150RF sind die Ergebnisse in den relevanten CCT-Bereichen solide.
🌈 RGB und Farbleistung
Auch bei den RGB-Farben unterscheiden sich die gemessenen Helligkeiten deutlich.
Bei 100 % wurden folgende Werte gemessen:
| Farbe | Lux @ 1 m |
|---|---|
| Gelb | 4'248 |
| Grün | 1'637 |
| Cyan | 1'246 |
| Magenta | 783 |
| Rot | 687 |
| Blau | 441 |
Gelb erreicht damit fast dieselbe gemessene Beleuchtungsstärke wie das Weisslicht bei 5500 K, während Blau weniger als ein Zehntel davon erreicht.
Lux sollte bei gesättigten Farben allerdings vorsichtig interpretiert werden. Die photometrische Bewertung orientiert sich an der spektralen Empfindlichkeit des menschlichen Auges. Grün und gelbgrüne Wellenlängen werden dadurch stärker gewichtet als tiefes Rot oder Blau.
Für die Praxis bleibt der Unterschied trotzdem relevant, weil bei bestimmten Farben weniger Belichtungsreserven zur Verfügung stehen.
Auch bei der Farbreinheit gibt es Unterschiede. Rot erreicht bei voller Leistung eine Purity von 99.1 %, Blau 92.9 %. Grün liegt bei 77.3 %, Cyan bei 76.7 %.
Nicht jeder eingestellte Hue wird exakt getroffen. Besonders auffällig ist Blau: Beim Sollwert von 240° wurde eine dominante Farbrichtung von 256.1° gemessen. Magenta liegt bei eingestellten 300° bei 310.4°. Rot und Grün liegen dagegen näher an ihren Sollwerten.
Ein komplexes Multi-Channel-System bedeutet damit nicht automatisch, dass jeder RGB-Hue perfekt kalibriert ist. Für kreative Foto- und Videoanwendungen ist das für mich allerdings weniger entscheidend als die Qualität des Weisslichts.
📌 Technische Gesamtbewertung
Messtechnisch zeigt das ML150RF einen klaren Kompromiss zwischen Lichtleistung und Lichtqualität. Die Leuchte ist nicht auf maximale Helligkeit optimiert, sondern auf die Kombination aus Weisslichtqualität und Full-Color-Funktionalität.
Mit rund 4'657 Lux bei 5500 K ohne Reflektor gehört das ML150RF nicht zu den hellsten Leuchten seiner Leistungsklasse. Auch zwischen den einzelnen RGB-Farben bestehen teilweise grosse Unterschiede.
Dafür ist die Weisslichtqualität gut. Bei 3200 K erreicht die Leuchte SSI 91, Ra 98.5, R9 98 sowie TM-30 Rf 97 und Rg 102. Bei 5500 K bleiben mit SSI 86, Ra 98, R9 98 und TM-30 Rf 97 ebenfalls gute Werte erhalten.
Die CCT-Kalibrierung ist im praktisch wichtigen Bereich präzise. 5500 K werden mit effektiv gemessenen 5509 K fast exakt getroffen.
Die neun LED-Kanäle machen das ML150RF nicht automatisch heller, und auch die RGB-Farbkalibrierung ist nicht in jedem Bereich exakt. Sie ermöglichen Godox aber eine vergleichsweise genaue Kontrolle über die Zusammensetzung des Weisslichts.
Die grössten Einschränkungen liegen deshalb beim Output und beim PWM-Verhalten bei bestimmten Verschlusszeiten.
Kurz gesagt: Das ML150RF gibt einen Teil der maximalen Lichtleistung zugunsten einer flexiblen und qualitativ guten Full-Color-Light-Engine auf. Wer möglichst viele Lux sucht, findet leistungsstärkere Alternativen. Wer Weisslicht und RGB in einer kompakten Leuchte kombinieren möchte, erhält hier ein ausgewogenes Gesamtpaket.
Mein Fazit
Beim Godox ML150RF sagt die reine Wattzahl nur begrenzt etwas über die praktische Leistung aus. Als besonders lichtstark würde ich es nicht bezeichnen. Beim Weisslicht fällt der Output für die Leistungsklasse eher zurückhaltend aus, und bei gesättigten RGB-Farben gibt es deutliche Unterschiede bei der verfügbaren Helligkeit.
Dazu kommt der hörbare Lüfter im normalen Betriebsmodus. Für Fotografie ist das kaum relevant, bei Video kann der Silent Mode aber wichtig sein. Auch das PWM-Verhalten sollte berücksichtigt werden, wenn regelmässig mit sehr kurzen Verschlusszeiten gearbeitet wird.
Die Lichtqualität fällt dagegen positiv auf. Die technische Analyse bestätigt eine gute Farbwiedergabe und ein überzeugendes Weisslichtspektrum für eine kompakte Full-Color-Leuchte.
Diese Messwerte passen zu meinem Eindruck beim Shooting. Das ML150RF liess sich als Hauptlicht für ein normales Portrait verwenden und danach ohne Wechsel des Lichtformers in eine farbige Lichtstimmung umstellen. Das Weisslicht wirkte dabei nicht wie eine Nebenfunktion einer RGB-Leuchte, sondern war für mich als Hauptlicht gut brauchbar.
Genau darin liegt der praktische Vorteil von PaletteLab. Die aufwendige Lichtengine macht die Leuchte nicht automatisch heller und sorgt auch nicht dafür, dass jeder Farbton perfekt getroffen wird. Sie scheint aber dazu beizutragen, das Weisslicht gezielter abzustimmen.
Der Preis dafür ist die begrenzte Lichtleistung. Für mich ist das ein nachvollziehbarer Kompromiss.
Das ML150RF ist keine besonders lichtstarke RGB-Leuchte, sondern eine kompakte Full-Color-Leuchte mit brauchbarem Weisslicht, guter Farbwiedergabe und flexiblen Einsatzmöglichkeiten.
Related Articles
Disclaimer
Dieses Produkt wurde von Godox für diesen Test zur Verfügung gestellt und durfte nach Abschluss des Reviews behalten werden. Für den Test oder die Veröffentlichung wurde keine Vergütung bezahlt. Godox hatte keinen Einfluss auf meine Bewertung und erhielt den Beitrag beziehungsweise das Review erst nach der Veröffentlichung zur Ansicht.
Copyright © of product image in the title image are the ones of the respective manufacturers. All rights reserved.