Nanlux Evoke 150C Review & Lab-Test: 150W RGB LED Licht
- Marvin Kuhn
- Review , Lab bericht , Lichter
- 12. August 2026
Inhaltsverzeichnis
Das Nanlux Evoke 150C verspricht nicht einfach nur 150 Watt RGB-Leistung. Schon beim ersten Einsatz merkt man ziemlich schnell, dass Nanlux die Leuchte nicht primär für kleine Creator-Setups entwickelt hat. Das Evoke 150C fühlt sich vielmehr wie ein Werkzeug für professionelle Filmsets, Studios und Miethäuser an. Trotzdem ist die Leuchte auch für Creators und kleinere Produktionen interessant.
Denn 150-Watt-RGB-Leuchten gibt es mittlerweile einige. Die spannendere Frage ist deshalb: Was macht das Evoke 150C besser als eine gewöhnliche RGB-COB-Leuchte und merkt man diesen Unterschied im praktischen Einsatz tatsächlich? Ich habe das Evoke 150C sowohl am Set eingesetzt als auch unter kontrollierten Bedingungen im Labor getestet.
Verarbeitung und Handling
Was mir beim Evoke 150C sofort aufgefallen ist, ist die Verarbeitung. Die Leuchte wirkt extrem robust. Nichts fühlt sich unnötig filigran oder billig an und auch die Anschlüsse und Bedienelemente vermitteln eher den Eindruck von professionellem Produktionsequipment als von klassischem Creator-Licht.
Dazu passt auch die IP66-Zertifizierung. Gerade wenn eine Leuchte regelmässig transportiert, vermietet oder draussen eingesetzt wird, ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Für mich ist das Evoke 150C deshalb eine dieser Leuchten, bei denen man ziemlich schnell merkt, für welche Umgebung sie entwickelt wurde: Filmsets, Studios, Miethäuser und professionelle Produktionen.
Auch bei der Stromversorgung merkt man diesen Ansatz. Nanlux setzt auf eine verriegelbare Stromverbindung, wodurch sich das Kabel nicht einfach versehentlich aus der Leuchte ziehen lässt. Gerade wenn Lichtstative verschoben, Kabel über den Boden geführt oder Leuchten an ungewöhnlichen Positionen montiert werden, ist eine solche Verbindung deutlich angenehmer als ein einfacher Netzteilstecker. Es ist eines dieser Details, die auf dem Datenblatt wenig spektakulär aussehen, im praktischen Einsatz aber einen echten Unterschied machen.
Trotz der professionellen Konstruktion bleibt das Evoke 150C für eine 150-Watt-RGB-Leuchte erstaunlich kompakt. Noch wichtiger ist für mich allerdings die Lautstärke. Das Evoke 150C arbeitet angenehm leise. Gerade bei Interviews oder Filmproduktionen ist das wichtig, denn eine leistungsstarke Leuchte bringt wenig, wenn direkt neben dem Mikrofon ein deutlich hörbarer Lüfter läuft. Beim Evoke 150C musste ich mir darüber deutlich weniger Gedanken machen.
Besonders gut gefällt mir die Konstruktion rund um den Bügel. Der klassische Yoke lässt sich entfernen und durch einen Baby-Pin ersetzen. Dadurch lässt sich die Leuchte nicht nur wie eine klassische COB-Leuchte auf einem normalen Lichtstativ einsetzen, sondern auch wesentlich einfacher an Traversen, Grip-Equipment oder in engen Bereichen eines Sets montieren. Gerade bei professionellen Produktionen ist diese Flexibilität für mich deutlich wertvoller als ein weiterer Effektmodus im Menü.
Auch bei der Steuerung zeigt sich dieser professionelle Ansatz. Neben der direkten Bedienung an der Leuchte gibt es 5-Pin DMX/RDM, Art-Net/sACN mit separatem Adapter und LumenradioRadio, Bluetooth, 2.4 GHz Wifi eingebaut, verschiedene Farbmodi und Farbräume sowie zahlreiche integrierte Effekte. Sobald mehrere Leuchten gleichzeitig gesteuert werden sollen, ist DMX für mich ein grosser Vorteil. Man muss nicht jede einzelne Leuchte über ihr Display oder eine separate App einstellen.
Wer lieber mit dem Smartphone arbeitet, kann das Evoke 150C natürlich auch über die Nanlink-App steuern. Die App bietet eigentlich alles, was man im Alltag braucht. Farben einstellen, dimmen, Effekte aktivieren, die Leuchte ein- und ausschalten oder Firmware-Updates durchführen. Damit bleibt die Bedienung auch abseits eines professionellen DMX-Setups unkompliziert.
Lichtleistung und RGB
Natürlich kann das Evoke 150C gesättigte Farben erzeugen. Das können mittlerweile aber ziemlich viele Leuchten. Interessanter ist für mich deshalb, wie brauchbar diese Farben tatsächlich sind.
Hier macht das Evoke 150C einen sehr guten Eindruck. Die Farben wirken kräftig und gesättigt und bieten auch genügend Output, um nicht nur als kleiner Akzent im Hintergrund eingesetzt zu werden. Allerdings sind die einzelnen Farben nicht gleich hell. Gelb erreicht im Labortest 10'927 Lux und Grün 6'342 Lux, während Rot bei 1'364 Lux und Magenta bei 1'307 Lux liegen. Das ist bei RGB-Systemen nicht ungewöhnlich, sollte beim Aufbau eines Sets aber berücksichtigt werden.
Noch interessanter finde ich die Weisslichtleistung. Obwohl das Evoke 150C einen extrem grossen CCT-Bereich abdeckt, bleibt der Output erstaunlich konstant. Bei 2700 K wurden 11'645 Lux gemessen, bei 5500 K sind es 12'951 Lux und selbst bei 20'000 K liefert die Leuchte noch 11'153 Lux.
Das gefällt mir deutlich besser als bei Leuchten, die bei ihrer optimalen Farbtemperatur einen beeindruckenden Maximalwert erreichen und an den Rändern des CCT-Bereichs plötzlich massiv Leistung verlieren. Für den praktischen Einsatz bedeutet das: Die Helligkeit bleibt über den CCT-Bereich hinweg ziemlich berechenbar.
Beim Zubehörsystem gibt es dagegen einen Punkt, der mir weniger gefällt. Das Evoke 150C setzt auf das Nanlux-/Nanlite-System für Lichtformer. Wer bereits einen grösseren Bestand an Bowens-S-Softboxen oder anderen Bowens-Modifikatoren besitzt, kann diese also nicht einfach direkt übernehmen. Für mich ist das wahrscheinlich der grösste praktische Nachteil der Leuchte.
Auf der anderen Seite funktionieren die dafür entwickelten Reflektoren ziemlich gut. Ohne Reflektor erreicht das Evoke 150C bei 5500 K 12'951 Lux. Mit dem Standardreflektor werden daraus 21'915 Lux und mit dem getesteten Kit-Reflektor sogar 23'746 Lux auf einen Meter. Das System ist also durchaus effizient. Man muss sich nur bewusst sein, dass man damit stärker an das Nanlux-/Nanlite-Ökosystem gebunden ist.
Mein Eindruck nach dem praktischen Einsatz
Nach den ersten Produktionen bleibt bei mir vor allem ein Eindruck hängen: Das Evoke 150C wurde nicht entwickelt, um auf dem Datenblatt möglichst spektakulär auszusehen. Es wurde entwickelt, um an einem professionellen Set möglichst wenig Probleme zu verursachen.
Die Leuchte ist robust, leise und flexibel montierbar. Die Stromversorgung lässt sich verriegeln, DMX ist vorhanden und auch bei Farbmodi, Farbräumen und Effekten bietet das Evoke 150C deutlich mehr Möglichkeiten als eine einfache Weisslicht-COB-Leuchte.
Gleichzeitig ist die Lichtleistung über den grossen CCT-Bereich hinweg sehr konstant und auch die RGB-Farben sind kräftig genug, um tatsächlich kreativ damit zu arbeiten. Wirklich zu bemängeln habe ich deshalb erstaunlich wenig.
Der grösste Kritikpunkt bleibt für mich das Zubehörsystem. Wer bereits stark auf Bowens setzt, muss sich hier auf ein zusätzliches Ökosystem einlassen. Ansonsten ist das Evoke 150C für mich eine ziemlich runde Leuchte.
Und genau das ist bei professionellem Equipment vielleicht das grössere Kompliment. Nicht unbedingt die eine Funktion, die alles andere übertrifft, sondern eine Leuchte, die im Alltag einfach funktioniert und möglichst wenig Probleme verursacht.
Nanlux Evoke 150C – Technische Analyse
🔍 Wichtige Spezifikationen und Messwerte
| Parameter | 3200K | 5500K | 6500K |
|---|---|---|---|
| Helligkeit (Lux) | 12'059 | 12'951 | 11'638 |
| CRI (Ra) | 99.0 | 98.0 | 96.3 |
| R9 (Rotwiedergabe) | 96 | 94 | 80 |
| TM-30 Rf/Rg | 97/100 | 96/101 | 96/102 |
| SSI | 85 | 77 | 71 |
| CCT-Abweichung (MK-1) | 5.09 | 10.38 | 14.16 |
| DUV (Grünstich) | -0.00170 | -0.00198 | -0.00317 |
Die Analyse wurden mit insgesamt 42 Messungen bei 1 m Distanz durchgeführt.
Daten Übersicht
TM-30-18
TM-30 Multi Report
TM-30 Comparison
Multiple measurements in direct comparison
Report-Auswahl nach CCT
Alle geladenen Reports sind automatisch nach CCT sortiert. Der Slider springt auf den nächstliegenden Report.
Color Vector Graphic
Reference und Test als geschlossene 16-Bin-Kurven.
Klicke auf ein CES-Feld, um den Vektor und die Detailwerte zu sehen.
Normalized Spectral Power Distribution
TM-30 Dashboard
Lokale Shifts und Radialdarstellung wie im Standard-Report.
Local Chroma Shift (Rcs,hj)
Local Hue Shift (Rhs,hj)
Local Color Fidelity (Rf,hj)
Klicke auf einen der drei Local-Titel, um eine kurze Erklärung zu Bedeutung und Wirkung im Bild zu sehen.
Color Sample Fidelity (Rf,CESi)
Direkter Überblick über alle 99 CES-Samples mit Fidelity-Werten.
Measure Comparisons
Zusätzliche Vergleichsansicht analog zur TM-30 Referenzdarstellung.
Color Evaluation Samples
Die markierten Hautton-Bereiche sind eine praktische Orientierung für Portrait-Farben. Klicke zum Vergrößern.
Klicke auf ein CES-Feld, um den Vergleich im Popup-Fenster zu sehen.
Diagramm
Klicke auf Werte in der Grafik, um Details zu sehen.
TM-30 Multi Report
TM-30 Comparison
Multiple measurements in direct comparison
Report-Auswahl nach CCT
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Color Vector Graphic
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Normalized Spectral Power Distribution
TM-30 Dashboard
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Local Hue Shift (Rhs,hj)
Local Color Fidelity (Rf,hj)
Color Sample Fidelity (Rf,CESi)
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Measure Comparisons
Zusätzliche Vergleichsansicht analog zur TM-30 Referenzdarstellung.
Color Evaluation Samples
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Diagramm
💡 Weisslicht und Leistung
Eine der grössten technischen Stärken des Evoke 150C ist die Konstanz seiner Weisslichtleistung über den gesamten CCT-Bereich. Zwischen 2700 K und 20'000 K bleibt der gemessene Output erstaunlich nah beieinander: Bei 2700 K erreicht die Leuchte 11'645 Lux, bei 5500 K 12'951 Lux und selbst bei 20'000 K noch 11'153 Lux auf 1 m.
Das ist bei einer Full-Color-Leuchte durchaus bemerkenswert. Je nach Konstruktion können unterschiedliche Farbtemperaturen zu deutlichen Leistungseinbrüchen führen, weil verschiedene LED-Kanäle unterschiedlich stark kombiniert werden müssen. Beim Evoke 150C bleibt dieser Unterschied dagegen vergleichsweise gering.
Praktisch bedeutet das: Beim Wechsel zwischen warmem Kunstlicht, Tageslicht und sehr kalten Lichtstimmungen verändert sich die verfügbare Lichtmenge nur moderat. Die Leuchte bleibt dadurch am Set relativ berechenbar.
Auch die Dimmung verhält sich sehr vorhersehbar. Bei 5500 K wurden bei 10 % 1'246 Lux, bei 50 % 6'330 Lux und bei 100 % 12'951 Lux gemessen. Die Helligkeit folgt damit über weite Bereiche sehr gut der eingestellten Leistung. Die Dimmung dieser Leuchte geschieht über eine PWM-Steuerung, die zwischen 17,950 Hz und 20,620 Hz liegt. Das kann bei falscher verschlusszeit zu banding oder flimmern führen. Hierbei sollte man also aufpassen, dass die Verschlusszeit so gewählt wird, damit es nicht zu sichtbaren Artefakten kommt.
Gerade für DMX-gesteuerte Setups und reproduzierbare Lichtsettings ist das interessant. Wer beispielsweise einen bestimmten Helligkeitswert programmiert, kann sich relativ gut darauf verlassen, dass sich dieser auch bei einem späteren Setup wieder reproduzieren lässt.
Auch das Reflektorsystem macht einen guten Eindruck. Ohne Reflektor wurden bei 5500 K 12'951 Lux gemessen, mit dem Standardreflektor 21'915 Lux und mit dem Kit-Reflektor sogar 23'746 Lux.
Natürlich produziert die Leuchte dadurch nicht plötzlich mehr Licht. Der Reflektor konzentriert den vorhandenen Lichtstrom auf eine kleinere Fläche. Trotzdem zeigt der deutliche Anstieg, dass das optische System effizient arbeitet. Der BDR-W55 kommt mit 1'895 Lux deutlich niedriger heraus, was allerdings nicht direkt vergleichbar ist, da der Beauty Dish das Licht wesentlich breiter verteilt.
🎨 Farbqualität und CCT-Genauigkeit
Bei der Lichtqualität zeigt das Evoke 150C mit seiner C8 Lichtengine eine interessante Kombination aus sehr guter Farbwiedergabe und nicht immer perfekter CCT-Kalibrierung.
Gerade 3200 K ist messtechnisch ein echter Sweet Spot. Hier erreicht die Leuchte CRI Ra 99, R9 96, SSI 85 sowie TM-30 Rf 97 und Rg 100.
Der SSI von 85 ist dabei besonders interessant. Für mich gehört das zu den höchsten Werten, die ich bisher bei einer LED-Leuchte dieser Art gesehen habe. Während ein hoher CRI hauptsächlich die Farbwiedergabe beschreibt, gibt der SSI zusätzliche Hinweise darauf, wie ähnlich das Spektrum einer Referenzlichtquelle ist. Gerade beim Mischen verschiedener Lichtquellen kann das einen deutlichen Unterschied machen.
Auch bei 5500 K bleibt die Farbwiedergabe sehr gut: Ra liegt bei 98, R9 bei 94, TM-30 Rf bei 96 und Rg bei 101. Der SSI sinkt allerdings auf 77.
Das zeigt, dass die gute Farbwiedergabe des Evoke 150C nicht nur auf einem hohen CRI-Wert basiert. Das Spektrum ist insgesamt sehr ausgewogen.
⚠️ Sehr gute Lichtqualität, aber zunehmende CCT-Abweichung
Hier muss man zwei Dinge klar voneinander trennen: Das Evoke 150C erzeugt qualitativ sehr gutes Weisslicht, trifft die eingestellte Farbtemperatur aber nicht über den gesamten Bereich gleich genau.
Für die Beurteilung der CCT-Genauigkeit ist dabei nicht nur die Abweichung in Kelvin interessant. Da die Kelvin-Skala nicht linear ist, sind Mired beziehungsweise MK-1-Werte für den Vergleich von Farbtemperaturabweichungen wesentlich aussagekräftiger. Sie zeigen, wie gross die tatsächliche Verschiebung entlang der Farbtemperaturachse ist.
| Soll-CCT | Gemessen | Abweichung | MK-1 |
|---|---|---|---|
| 2700 K | 2707 K | +7 K | 0,96 |
| 3200 K | 3253 K | +53 K | 5,09 |
| 5500 K | 5833 K | +333 K | 10,38 |
| 6500 K | 7159 K | +659 K | 14,16 |
| 10'000 K | 12'031 K | +2031 K | 16,88 |
| 15'000 K | 20'873 K | +5873 K | 18,76 |
| 20'000 K | 25'185 K | +5185 K | 10,29 |
Gerade die MK-1-Werte machen die Entwicklung besser sichtbar als die reine Kelvin-Differenz. Bei 2700 K liegen wir mit 0,96 MK-1 praktisch exakt am Sollwert. Auch 3200 K mit 5,09 MK-1 ist noch sehr ordentlich. Bei 5500 K steigt die Abweichung bereits auf 10,38 MK-1 und bei 6500 K auf 14,16 MK-1.
Besonders deutlich wird es bei den extrem hohen CCT-Einstellungen. 10'000 K ergeben effektiv 12'031 K und entsprechen einer Abweichung von 16,88 MK-1. Bei 15'000 K werden 20'873 K beziehungsweise 18,76 MK-1 gemessen. Bei 20'000 K liegt die Leuchte bei 25'185 K, wobei die Abweichung mit 10,29 MK-1 wieder niedriger ausfällt.
Für mich bedeutet das: Bis etwa 3200 K arbeitet das Evoke 150C bei der CCT-Ausgabe sehr präzise. Ab 5500 K wird die Abweichung zunehmend relevant und oberhalb von 6500 K sollte man die angezeigte Kelvin-Zahl nicht mehr als exakten Referenzwert betrachten.
Das ist allerdings kein Problem der eigentlichen Lichtqualität. Eine Leuchte kann beispielsweise 5833 K statt 5500 K erzeugen und trotzdem ein hervorragendes Spektrum besitzen. Genau das sehen wir hier: Bei 5500 K erreicht das Evoke 150C weiterhin Ra 98, R9 94, TM-30 Rf 96, Rg 101 und SSI 77.
Die CCT-Kalibrierung ist also nicht perfekt, die Qualität des tatsächlich erzeugten Weisslichts dagegen schon.
Interessant ist dabei, dass der Duv vergleichsweise sauber bleibt. Die Weisslichtmessungen liegen überwiegend leicht im negativen Bereich, wodurch die Abweichung eher entlang der Farbtemperaturachse statt deutlich in Richtung Grün oder Magenta erfolgt.
Das ist für die Praxis ein wichtiger Unterschied. Eine gewisse CCT-Abweichung lässt sich relativ einfach kompensieren. Ein ausgeprägter Grün- oder Magentastich ist beim Mischen von Lichtquellen wesentlich störender. Zusätzlich bietet das Evoke 150C einen integrierten Grün-/Magenta-Shift, mit dem sich die Lichtfarbe weiter korrigieren lässt.
Die Kelvin-Kalibrierung ist also nicht über den gesamten Bereich perfekt. Die tatsächliche spektrale Qualität und die Stabilität der Weisslichtquelle bleiben davon aber weitgehend unberührt.
Rotwiedergabe bei hohen Farbtemperaturen
Bei 6500 K fällt ausserdem auf, dass R9 auf 80 sinkt, während Ra mit 96,3 weiterhin hoch bleibt.
Das zeigt einmal mehr, warum man bei professionellen Lichttests nicht nur auf den CRI schauen sollte. R9 beschreibt die Wiedergabe gesättigter Rottöne und ist unter anderem für die Beurteilung von Hauttönen interessant. Das Evoke 150C bleibt auch bei 6500 K keineswegs schlecht, bei 3200 K und 5500 K ist die spektrale Balance jedoch überzeugender.
🌈 RGB und Farbleistung
Auch bei den RGB-Farben zeigt das Evoke 150C eine starke, aber nicht völlig gleichmässige Performance.
Bei 100 % wurden für die verschiedenen Farben folgende Beleuchtungsstärken gemessen:
| Farbe | Lux @ 1 m |
|---|---|
| Gelb | 10'927 |
| Grün | 6'342 |
| Cyan | 3'078 |
| Blau | 2'106 |
| Rot | 1'364 |
| Magenta | 1'307 |
Diese Werte sollte man allerdings nicht einfach als direkte Aussage darüber verstehen, welche LED-Farbe tatsächlich wie viel optische Leistung erzeugt. Lux ist photometrisch gewichtet und bewertet beispielsweise grünes Licht wesentlich stärker als tiefes Rot oder Blau.
Trotzdem bleibt die praktische Konsequenz bestehen: Nicht alle RGB-Farben bieten dieselben Belichtungsreserven. Wer eine grosse Fläche kräftig rot oder magenta beleuchten möchte, muss entsprechend näher an das Motiv gehen oder mehr Leistung einsetzen als bei einem gelben oder grünen Look.
Die Farben selbst können dabei sehr satt erzeugt werden. Rot erreicht bei voller Leistung beispielsweise eine gemessene Purity von 99 %, Blau 96,1 %.
Nicht jeder Hue wird allerdings exakt getroffen. Gelb liegt bei einem Sollwert von 60° beispielsweise bei 50,9°, während Grün bei einem Sollwert von 120° auf 135,6° kommt.
Das erklärt auch teilweise den vergleichsweise niedrigen RGB-Score von 64,1 im Lab-Test. Die Leuchte kann sehr kräftige Farben erzeugen, ist aber nicht in jeder Farbe perfekt farbmetrisch kalibriert.
Für klassische Film-, Foto- und Effektbeleuchtung sehe ich darin allerdings eine deutlich geringere Einschränkung als bei einer Anwendung, bei der Farben exakt reproduziert werden müssen.
📌 Technische Gesamtbewertung
Messtechnisch ist das Evoke 150C deshalb eine interessante Mischung. Es ist keine perfekt kalibrierte Referenzlichtquelle, insbesondere die CCT-Abweichungen im höheren Kelvin-Bereich und die teilweise nicht exakt getroffenen RGB-Hues zeigen das deutlich.
Seine Stärke liegt vielmehr in der Kombination aus hohem Output, konstanter Weisslichtleistung, sehr guter Farbwiedergabe und einem leistungsfähigen Full-Color-System.
Besonders stark ist dabei das Weisslicht. Die Helligkeit bleibt über einen enormen CCT-Bereich erstaunlich konstant, während gleichzeitig sehr gute CRI-, R9-, TM-30- und SSI-Werte erreicht werden. Bei 3200 K ist das Evoke 150C mit SSI 85, Ra 99 und R9 96 besonders überzeugend.
Die grösste technische Einschränkung ist die CCT-Kalibrierung. Wer 5500 K oder 6500 K exakt benötigt, sollte die tatsächliche Farbtemperatur nicht blind anhand der Anzeige übernehmen. Gleichzeitig bleibt die Weisslichtachse sauber und lässt sich über den G/M-Shift weiter korrigieren.
Auch die RGB-Farben sind nicht alle gleich hell, was bei einem Full-Color-System grundsätzlich zu erwarten ist. Die Farben sind jedoch kräftig und bieten ausreichend Leistung für typische kreative Anwendungen.
Kurz gesagt: Das Evoke 150C ist nicht auf perfekte Messwerte in jeder einzelnen Disziplin optimiert. Es ist vielmehr darauf ausgelegt, viel Licht, sehr gute Lichtqualität und maximale Flexibilität in einer einzigen professionellen Leuchte zu vereinen. Und genau diese Kombination macht die technischen Ergebnisse in der Praxis so interessant.
Mein Fazit
Das Nanlux Evoke 150C ist für mich ein gutes Beispiel dafür, dass eine professionelle RGB-Leuchte nicht nur über ihre maximale Leistung definiert werden sollte. Die 150 Watt sind stark. Noch interessanter finde ich aber die Kombination aus Output, Farbwiedergabe, Robustheit, Lautstärke, Steuerungsmöglichkeiten und Montageflexibilität. Man merkt dem Evoke 150C an, dass es für professionelle Sets und Miethäuser entwickelt wurde. Die verriegelbare Stromversorgung, DMX-Kompatibilität, die robuste Konstruktion und die verschiedenen Montagemöglichkeiten wirken nicht wie zusätzliche Features für das Datenblatt sondern wie Dinge, die aus einem echten Produktionsworkflow heraus entstanden sind. Auch messtechnisch gibt es viel Positives. Das Weisslicht bleibt über den CCT-Bereich erstaunlich konstant und bei 3200 K ist die spektrale Qualität mit einem SSI von 85 ausgesprochen stark.
Perfekt ist die Leuchte trotzdem nicht. Die eingestellten Farbtemperaturen werden vor allem im höheren CCT-Bereich teilweise deutlich verfehlt und bei den RGB-Farben gibt es grosse Unterschiede beim Output. Dazu kommt das eigene Modifier-System, das vor allem für Anwender mit einem bestehenden Bowens-Setup ein Nachteil sein kann.
Trotzdem gibt es insgesamt erstaunlich wenig zu bemängeln. Das Evoke 150C ist nicht einfach ein weiteres 150-Watt-RGB-Licht. Es ist eine professionelle Arbeitsleuchte, bei der man merkt, dass Zuverlässigkeit, Integration und Flexibilität wichtiger waren als ein einzelner spektakulärer Datenblattwert. Und genau deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass sie am Set schnell zu einer dieser Leuchten wird, die man nicht mehr missen möchte.
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Disclaimer
Dieses Produkt wurde von Dedotec zur Verfügung gestellt. Die Bereitstellung des Produkts hat jedoch keinen Einfluss auf meine Meinung oder die Bewertung des Produkts. Ich habe das Licht unabhängig getestet und meine ehrliche Meinung geteilt. Das Produkt wurde nach dem Test an den Anbieter zurückgegeben.
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