Auf Reisen mit der Kamera| Teil 1: Fotoreise planen, Ausrüstung wählen, Licht verstehen

Auf Reisen mit der Kamera| Teil 1: Fotoreise planen, Ausrüstung wählen, Licht verstehen

Inhaltsverzeichnis

In dieser Serie gibt dir Antony Berbert, einen umfassenden Einblick, wie er seine Reisefotografie-Touren vorbereitet, auf was er achtet wenn er Fotos macht und wie er am Ende die Bilder bearbeitet. In diesem Teil gibt er dir Tipps zur Auswahl der richtigen Ausrüstung über die sichere Planung bis hin zu Tipps für die Spot-Recherche und Lichtplanung – hier erfährst du alles, was du wissen musst, um deine nächste Reisefotografie erfolgreich zu gestalten und bessere Reisefotos zu machen. Egal, ob du Anfänger oder erfahrener Fotograf bist, diese Serie bietet wertvolle Einblicke und praktische Ratschläge für dein Nächstes Abenteuer. Damit du stärkere Reisefotos machst, aber auch mehr Ruhe und Fokus für die eigentliche Reisefotografie hast, wenn du vor Ort bist.

Die stärksten Reisefotos entstehen nicht am Spot, sondern in deinem Kopf und in deiner Planung. Wenn du vor der Abreise die richtigen Entscheidungen für deine Reisefotografie triffst, fotografierst du vor Ort ruhiger, klarer und mit deutlich mehr Trefferquote bei deinen Ferienfotos.

Das brauchst du für deine Reisefotografie

Wichtig ist die Kenntnis über das Reiseziel: Was für eine Art Reise ist es überhaupt? Danach überlege ich mir, was ich für meine Reisefotografie fotografieren möchte, zum Beispiel Safari, Street, Natur, Familie oder Architektur. Davon hängt die Ausrüstung ab. Die wichtigste Frage ist für mich immer: Was ist die Mindestausrüstung, mit der ich die Bilder machen kann, die ich wirklich will, und die ich realistisch auch benutze?

Dieser Punkt wird oft unterschätzt: Zu viel Equipment macht unterwegs langsam. Wenn du ständig wechselst, sortierst und trägst, verpasst du schnell den eigentlichen Moment und machst schlechtere Reisefotos. Ein reduziertes, bewusst gewähltes Setup gibt dir dagegen Tempo und Ruhe für bessere Reisefotografie, weil du jede Komponente kennst und schneller reagierst.

Beispiel: Für Safari oder Tiere brauche ich ein Teleobjektiv. Wenn es eher eine Reise mit Freunden ist, bei der der Fokus nicht auf Reisefotografie liegt und es eher um Ferienfotos geht, nehme ich ein kompaktes Setup, das schnell und leicht ist, zum Beispiel eine Kompaktkamera, einen Body mit 24-70 mm oder im Zweifel nur das Handy.

Ich persönlich möchte auf Reisen möglichst flexibel sein und nehme deshalb oft meine Vollformat Sony A7III mit zwei Objektiven mit: 24-70 mm und 70-300 mm. Damit decke ich in vielen Situationen sehr viel ab für meine Reisefotografie. Generell hilft eine einfache Objektiv-Logik für bessere Reisefotos:

  • Weitwinkel für Landschaft und Architektur
  • Standardzoom für Alltag, Reportage und Ferienfotos mit Reisepartnern
  • Tele für Wildlife oder Motive auf Distanz

Zusätzlich habe ich je nach Reise ein On-Camera-Speedlight und ein Stativ dabei. Beides trage ich aber nur dann, wenn ich weiss, dass ich es für ein bestimmtes Foto wirklich brauche. Auch immer mit dabei sind gewisse Reinigungsutensilien, zum Beispiel Blasebalg, Mikrofasertücher und Reinigungsflüssigkeit. Gerade auf Reisen, wo Staub, Sand oder Feuchtigkeit die Ausrüstung belasten können, ist das wichtig.

Für eine Reise mit intensiver Reisefotografie ist Speicher ebenfalls ein wichtiger Faktor. Ich nehme lieber mehrere mittelgrosse Speicherkarten statt einer sehr grossen mit. Wenn eine Karte ausfällt, ist dann nicht gleich die ganze Reise und deine Reisefotos betroffen. Meistens habe ich 3 bis 4 Karten dabei und rotiere sie alle paar Tage. Für ein Backup habe ich zusätzlich eine portable Festplatte dabei, auf die ich die Bilder jeden Abend von den Karten übertrage. So habe ich immer eine zweite Sicherung für meine Reisefotos, falls doch mal eine Karte Probleme macht. Damit ich auch weiss, wieviel Speicher ich für meine Reisefotografie brauche, überlege ich mir wieviele Fotos ich pro Tag mache, bei mir sind das ca. 500-1000 Fotos Pro Tag. Bei mir ist ein Raw file ~50 MB gross, das bedeutet, dass ich pro Tag mit 25-50 GB Speicherplatz rechne. Je nachdem wie lange die Reise dauert, plane ich entsprechend mehr Speicher für meine Reisefotos ein.

Beim Transport achte ich stark auf den Einsatzort: Rucksack für längere Touren, Sling Bag oder Schultertasche für schnellen Zugriff. In Städten mit mehr Risiko bleibt das Setup kompakt und nah am Körper. Ein stabiler Kameragurt, verstecktes Tragen und etwas Aufmerksamkeit bringen oft mehr als jedes Gadget. Airtags oder ähnliche Tracker können zusätzlich helfen, ersetzen meiner Meinung nach aber keine Vorsicht.

Kamerataschen für den Transport und Unterwegs

Ein praktischer Grundsatz für deine Reisefotografie ist: So wenig sichtbar wie möglich, so schnell zugänglich wie nötig. Damit reduzierst du nicht nur Risiko, sondern auch Stress im Alltag und machst bessere Reisefotos. Wer sich sicher fühlt, fotografiert bewusster und macht stärkere Ferienfotos.

Die richtige Planung für bessere Reisefotos: Spots, Sonnenstand und Timing

Es gibt Fotografen, die sehr viel für ihre Reisefotografie planen, und Fotografen, die komplett spontan sind. Ich mag die Mischung. Ich informiere mich im Vorhinein über schöne Motive am Reiseziel und erkunde vor Ort trotzdem den Spot, weil es fast immer noch einen besseren Winkel für meine Reisefotos gibt.

Um gute Fotospots für meine Reisefotografie zu finden, suche ich auf Instagram, TikTok und Locationscout. Wenn ich ungefähr weiss, wo ein Spot liegt und was das Motiv ist, schaue ich in Google Maps Street View nach möglichen Blickwinkeln in der Nähe. Danach prüfe ich mit PhotoPills oder PhotoEphemeris *Gratis, wie die Sonne im Reisezeitraum auf das Motiv scheint: Wie wird es bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang beleuchtet? Diese Lichtplanung ist entscheidend für starke Reisefotos. So plane ich, ob ich einen Spot lieber am Morgen oder am Abend für meine besten Reisefotos fotografiere.

Gerade diese Lichtplanung für deine Reisefotografie spart vor Ort viel Zeit. Statt planlos zu testen, hast du bereits eine klare Idee: Wo stehe ich, wann ist das Licht am besten und welche Brennweite passt dazu? Das macht die Session effizienter und erhöht die Chance auf starke Reisefotos und Ferienfotos.

Natürlich ist nicht jede Reise eine reine Fotoreise. Wenn ich Sonnenaufgänge und -untergänge nicht frei planen kann, passe ich mich an. Trotzdem ist es extrem hilfreich, den Lichtverlauf vorher zu kennen.


Wer sich vor der Reise mit der Ausrüstung, der Planung und dem Licht für die Reisefotografie beschäftigt, hat vor Ort deutlich mehr Ruhe und Fokus für die eigentliche Reisefotografie. Mit dieser Vorbereitung machst du schon automatisch bessere Reisefotos und Ferienfotos. In Teil 2 geht es dann darum, wie du vor Ort die besten Bilder schiessen kannst.

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