Yashica City100 - Eine Reise durch Rom | Produktvorstellung
- Marvin Kuhn
- Gesponsert , Kameras , Produktvorstellung
- 22. Juni 2026
Inhaltsverzeichnis
Die Yashica City100 möchte vor allem eines sein: eine unkomplizierte Kamera für unterwegs. Mit ihrem Retro-Design, dem kompakten Gehäuse und der einfachen Bedienung richtet sie sich an alle, die mehr als ein Smartphone möchten, ohne sich mit komplexer Fototechnik beschäftigen zu müssen. Doch wie gut funktioniert dieses Konzept im Alltag? Um das herauszufinden, habe ich die City100 auf eine Reise nach Rom mitgenommen und dort als Zweitkamera eingesetzt.
Erste Eindrücke
Schon beim Auspacken hatte die City100 einen guten ersten Auftritt. Die Verpackung ist kompakt, der Lieferumfang für diese Klasse erstaunlich ordentlich, und genau solche Kleinigkeiten tragen viel zum ersten Eindruck bei. Neben der Kamera selbst lagen bei meinem Exemplar ein USB-C-Ladekabel, ein bereits geladener Akku, ein Beutel, der Trageriemen und ein kleiner Anhänger bei. Gerade bei einem Produkt, das sich klar an ein jüngeres, stilbewusstes Publikum richtet, wirkt das nicht überladen, sondern einfach stimmig.
Auch die Kamera selbst hinterliess bei mir einen besseren Eindruck, als ich es bei einem ersten Blick erwartet hätte. Die Verarbeitung wirkt solide, die Grösse ist angenehm handlich und das Design trifft diesen modernen Retro-Ton ziemlich gut. Besonders sympathisch fand ich den magnetischen Objektivdeckel, der ohne komplizierte Mechanik auskommt und trotzdem mit einem Sicherheitsband befestigt ist. Das hat etwas Altbekanntes, aber eben sauber neu gedacht. Dazu kommen USB-C, ein 3.5mm-Audioeingang und die Unterstützung für microSD-Karten, also genau jene Anschlüsse, die im Alltag tatsächlich nützlich sind.
Erfahrungen in Rom
Um die Kamera im Alltag wirklich zu testen, habe ich die Yashica City100 auf meiner Rom-Reise als Zweitkamera mitgenommen. Meine Hauptkamera mit Wechselobjektiven war zwar ebenfalls dabei, doch genau hier spielte die City100 ihren grössten Vorteil aus: Sie ist leicht, unkompliziert und schnell im Rucksack verstaut. Für Tage, an denen man einfach losziehen und nicht lange über die Ausrüstung nachdenken möchte, ist das ein echter Pluspunkt.
Der Trip hat mich durch fast die ganze Stadt geführt: vom Botanischen Garten der Villa Borghese über den Tempio di Esculapio und die Terrazza del Pincio bis hin zur Spanischen Treppe, ins Forum Romanum, ans Kolosseum, zum Monumento a Vittorio Emanuele II, in den Circus Maximus, zum Pantheon, nach Trastevere und zu den Caracalla-Thermen. Genau diese Mischung aus engen Gassen, weiten Plätzen, Architekturdetails und wechselndem Licht war für die City100 ein sehr guter Härtetest.
Besonders angenehm fiel mir das geringe Gewicht auf. Die Kamera ist zwar nicht wirklich hosentaschentauglich, verschwindet aber problemlos in einer Tasche oder im Daypack. Genau dafür ist sie gemacht: mitnehmen, ohne gross darüber nachdenken zu müssen. Das macht sie im Alltag sehr ähnlich zu einer kleinen Immer-dabei-Kamera, auch wenn sie sich bei näherem Hinsehen klar eher als einfacher Begleiter denn als ernsthafte Allzwecklösung zeigt.
Positiv überrascht hat mich der optische Zoom. Gerade in einer Stadt wie Rom, in der Fassadendetails, Dachlinien und Motive in der Distanz ständig neue Motive ergeben, ist das deutlich hilfreicher als reines Digitalzoom. Auch die Bluetooth-App-Steuerung funktionierte in meinem Test überraschend gut. Die App bietet zwar nur die grundlegenden Funktionen wie Fernsteuerung, Bildübertragung und einige Einstellungen, für die Zielgruppe der City100 reicht das aber völlig aus.
In ruhigen Momenten hat die Kamera ihren Charme. Bei bewusstem, entschleunigtem Fotografieren entsteht manchmal genau diese entspannte Art von Bildern, die man nicht technisch zerlegt, sondern einfach mitnimmt. Auf Schwarz-Weiss-Aufnahmen wirkt das noch stärker, weil einige der optischen Schwächen dann weniger ins Gewicht fallen.
Sobald Motive schneller wechseln oder das Licht nachlässt, wird die City100 allerdings deutlich träger. Der Zoom reagiert vergleichsweise langsam, und der Autofokus ist für spontane Street-Momente oft zu unzuverlässig. Häufig springt der Fokus nicht direkt an oder braucht ein bis zwei Sekunden, bis er sitzt. Auch im dunkleren Umfeld zeigte sich schnell, dass der Sensor Grenzen hat: Das Bildrauschen steigt sichtbar an, der Blitz ist zu schwach, und der Dynamikumfang bricht in kontrastreichen Szenen spürbar weg. Lichter fressen aus, Schatten kippen zu, und chromatische Aberrationen bleiben an Kanten ziemlich präsent.
Auch die Bildmodi konnten mich nur bedingt überzeugen. Egal ob “Natural” oder “Vivid”: Die Dateien wirkten in meinem Test oft eher flach und brauchten fast immer Nachbearbeitung, um stimmig auszusehen. Gerade bei scheinbar einfachen Motiven wie der Terrazza del Pincio, der Spanischen Treppe oder dem Pantheon-Vorplatz hatte ich oft das Gefühl, dass die Kamera mehr Geduld verlangt, als man ihr im Alltag gerne geben möchte. Beim Kolosseum, im Forum Romanum oder an den Caracalla-Thermen kamen zusätzlich Flare, Kontrastprobleme und die Limitierungen in schwierigen Lichtsituationen dazu.
Beim Filmen blieb für mich der Eindruck ähnlich. Die Videoqualität ist vor allem bei wenig Licht nicht überzeugend, und gerade im direkten Vergleich mit aktuellen Smartphones bleibt die City100 hier deutlich zurück. Das ist bei dem kleinen Sensor zwar nicht überraschend, für Vlogger oder Instagrammer, die auch mal spontan filmen wollen, aber trotzdem ein klarer Nachteil.
Fazit: Für wen ist die Yashica City100 geeignet?
Die Yashica City100 überzeugt vor allem durch ihr Design, ihr geringes Gewicht und die unkomplizierte Bedienung. Der optische Zoom bietet im Alltag einen echten Mehrwert, und bei gutem Licht lassen sich durchaus ansprechende Erinnerungsfotos festhalten. Im Praxiseinsatz zeigen sich jedoch deutliche Grenzen. Autofokus, Auslöseverzögerung und Bildqualität können mit aktuellen Smartphones oder modernen Kompaktkameras kaum mithalten. Gerade bei wenig Licht, hohem Kontrast oder spontanen Motiven stösst die Kamera schnell an ihre Grenzen. Wer eine stilvolle und einfache Reisekamera für gelegentliche Aufnahmen sucht, kann mit der City100 durchaus Freude haben. Wer hingegen Wert auf verlässliche Bildqualität, schnelle Reaktionen und grössere kreative Möglichkeiten legt, findet heute stärkere Alternativen. Die City100 bleibt damit vor allem eine Kamera, die durch ihren Charme und ihr Design punktet, weniger durch ihre technische Leistung.
Disclaimer
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Perrot Image SA entstanden. Ich habe die Kamera für Content kostenlos gestellt bekommen, es gab jedoch keine Zahlung. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf meine Meinung und die Bewertung des Produkts.