SmallRig Tribex – Innovatives Stativ-System mit Single-Lock-Technologie
- Marvin Kuhn
- Testbericht
- 30. Januar 2026
Inhaltsverzeichnis
Auf dem Stativmarkt gab es seit Jahren kaum echte Innovationen – abgesehen von vollelektrischen Modellen. Der Grundaufbau bleibt fast immer derselbe: drei Beine, eine Basis und ein Stativkopf. Bei den meisten Stativen hat jedes Bein mehrere Verschlüsse, oft drei oder mehr. Doch warum eigentlich? Abgesehen von Stativen mit nur einem Beinsegment habe ich noch keines gesehen, das weniger als drei Verschlüsse hat – bis jetzt.
Das SmallRig Tribex kommt mit nur einem einzigen Verschluss pro Bein aus und will vor allem eines: den Aufbau und die Anpassung so schnell und einfach wie möglich machen, ohne Kompromisse bei Stabilität und Flexibilität einzugehen. Ich habe das Stativ für euch getestet, um herauszufinden, ob es hält, was es verspricht.
Lieferumfang & Ausstattung
Verpackung & Qualität
Beim Kauf eines Stativs, das „ready to go" sein soll, ist der Lieferumfang entscheidend. Beim SmallRig Tribex überzeugt dieser auf ganzer Linie. Schon beim ersten Öffnen der Verpackung fällt auf, wie viel Wert auf Funktionalität und Details gelegt wurde. Das Set ist so zusammengestellt, dass alles, was man für den Einsatz benötigt, direkt griffbereit ist – kein Nachkaufen, kein Improvisieren.
Die mitgelieferte Tasche ist nicht nur hochwertig gepolstert, sondern auch so geräumig, dass wirklich alles seinen Platz findet. Schraubenzieher und Inbusschlüssel sind praktische Helfer, auch wenn letzterer nicht die höchste Qualität aufweist. Besonders hervorzuheben sind die Bodengleiter und Spikes, die dem Stativ auf verschiedenen Untergründen Stabilität verleihen. Die Mittelsäule mit Teleskopfunktion und der Arm für den Stativkopf runden den Lieferumfang ab und zeigen, dass SmallRig auf die Bedürfnisse von Fotografen und Videografen eingegangen ist.
Lieferumfang
Verarbeitung & Ergonomie
Bauweise & Design
Das Tribex ist aus Carbon gefertigt, was es leicht, steif und robust macht. Das gesamte Tripod Kit wiegt 3,8 kg und ist zusammengeklappt 79 cm lang – ideal für Mobilität und Outdoor-Einsätze. Die Beine erinnern optisch an Fotostative, was für ein Videostativ eher untypisch ist. Typische Elemente wie Bodenspreizer oder Halbschalen fehlen, doch clever platzierte Single-Locks im Griff kompensieren dies.
Tragfähigkeit:
- Stativ: bis 25 kg
- Stativkopf: bis 6 kg
Damit lassen sich selbst schwere DSLRs, spiegellose Kameras oder kleine Cine-Rigs problemlos einsetzen.
Single-Lock-System: Die Kerninnovation
Höhenanpassung & Mittelsäule
Die Mittelsäule lässt sich mit dem integrierten 6-Kantschlüssel schnell demontieren. Das ist besonders praktisch für bodennahe Aufnahmen oder wenn man Gewicht sparen möchte. Die Arbeits-Höhe liegt zwischen 27–168 cm. Mit Mittelsäule erreicht das Stativ Augenhöhe, ohne Mittelsäule etwa Brusthöhe (Referenz: 179 cm Körpergrösse). Für die meisten Anwendungen reicht diese Höhe aus, auch wenn sie nicht immer ideal ist. Die Mittelsäule ist reversibel einsetzbar, was kreative Winkel ermöglicht.
Stativkopf & Bewegungsfluss
Der Stativkopf wirkt hochwertig und ist ein fluid motion head mit professioneller Drag-Control. Die 4-stufigen Balance-Stufen (dynamische Gegengewichtsfunktion) erleichtern das Ausbalancieren der Kamera und sorgen für stabile, flüssige Bewegungen bei Kamera-Setups bis 6 kg. Der Kopf ist jedoch nicht für schwere Cine-Rigs gedacht – das grösste Setup sollte eine FX6 oder Ähnliches sein.
Durchdachtes Design: Der Arm ist ausfahrbar und der Kopf bietet Platz für Werkzeug und passende Schrauben. Bei Minusgraden zeigt sich eine Schwäche – der Flüssigkeitswiderstand verändert sich spürbar, was die Präzision der Bewegungen beeinträchtigen kann. Bei normalen Temperaturen hingegen ermöglicht der Kopf sehr fliessende und ruhige Bewegungen, selbst bei längeren Brennweiten. Getestet bis 600 mm – machbar, auch wenn es nicht die erste Wahl für solche Einsätze wäre.
Vergleich zu Konkurrenz
Gegenüber klassischen Stativen wie Manfrotto oder Benro spart man durch das Single-Lock-System, das kompakte Packmass und den leichten Carbon-Aufbau deutlich Zeit und Gewicht. Wer viel mobil arbeitet, merkt diesen Unterschied sofort.
Preis & Preis-Leistungs-Verhältnis
Das Tribex liegt im mittleren Preissegment für Prosumer Videostative. Angesichts der durchdachten Features, schnellen Handhabung und Mobilität halte ich das Preis-Leistungs-Verhältnis für sehr fair. Wer ein innovatives, leichtes und schnell einsatzbereites Stativ sucht, bekommt mit dem Tribex ein überzeugendes Paket.
Fazit
Das SmallRig Tribex ist eine echte Innovation auf dem Stativmarkt. Die cleveren Designlösungen, das Single-Lock-System und die extrem schnelle Handhabung machen es zu einem sehr praktischen Begleiter für Fotografen und Videografen, die Wert auf Effizienz und Mobilität legen.
Kleine Schwächen wie die minimale Locking-Gewöhnung, begrenzte Outdoor-Eignung bei Sand oder Staub und Gewichtslimits des Kopfes werden durch Alltagstauglichkeit, das kompakte Packmass und das durchdachte Zubehör mehr als ausgeglichen.
Für alle, die ein leichtes, schnelles und flexibles Stativ suchen, das den Aufbau deutlich vereinfacht und dennoch stabil arbeitet, ist das Tribex eine klare Empfehlung.
Wie aber das neue SmallRig Tribex II abschneidet, kann ich erst nach einem ausführlichen Test sagen. Deshalb SmallRig, wenn ihr mir ein Testmuster zukommen lassen wollt, ich bin bereit! 😉